Pfahlbau-Route Info-Stop Konstanz-Dingelsdorf
Die Pfahlbau-Route „Überlinger See“ verbindet fünf Welterbestätten und alle weitere dokumentierten Fundstätten aus der Pfahlbauzeit zu einem Erlebnis. Der Info-Stop Konstanzer Bucht bietet per QR-Code alle relevanten Infos zur Pfahlbauzeit vor Ort.
Fundstätte Dingelsdorf-Klausenhorn
Altershinweis: 3826 v.Chr.
Die Fundstätte liegt zwischen "Oberer Krebsbach" und "Unterer Krebsbach" an einer verkehrsmäßig günstigen schmalen Stelle des Überlinger Sees. Die Fundstelle war vor allem wegen ihrer zahlreichen Feuerstein-Funde bekannt und wurde von den Einheimischen im 19. Jahrhundert als "Feuersteininsel" bezeichnet. Sammler erkundeten die Fundstätte bereits in den 1950er Jahren. Das dazugehörende Pfahlfeld wurde erst bei Untersuchungen im Jahr 2002 wieder entdeckt. Bei den Holzpfählen handelt es sich überwiegend um Weichholzpfähle und wenige Eichen.
Fundstätte Dingelsdorf-Unterrieß
Altershinweis: 3350 - 2930 v.Chr.
Die möglicherweise schon früh bekannte Ufersiedlung wurde spätestens seit den 1950er Jahren wiederholt von Privatsammlern besucht. Nach mehreren Untersuchungen in den 1990er Jahren wurde ein großflächiger Erosionsschutz eingebracht. Die Ansammlung der Holzpfähle umfasst heute noch eine Fläche von ca. 150m², wobei seine Ausdehnung in der stark versandeten Flachwasserzone östlich des Hafens nicht geklärt ist. Am seeseitigen Rand der Holzpfähle liegt ein 5-8m breiter und zumindest 40m langer Streifen einer seewärts nach unten abtauchenden Siedlungsschicht.
Fundstätte Dingelsdorf-Hafen
Die Fundstätte ist seit den 1930er Jahren durch Funde aus der Sammlung Hermann Schiele bekannt. Dass die Siedlung nie richtig lokalisiert werden konnte bzw. als verschollen galt, liegt daran, dass die wenigen Überreste der Siedlung unter einer 10-15cm dicken Schlickschicht liegen. Bei späteren Tauchuntersuchungen konnten unter Zuhilfenahme von Pumpen Siedlungsreste und vereinzelte Holzpfähle entdeckt werden. Es konnten im untersuchten Gebiet Teile einer Pfahlbau-Siedlung in einer Länge von 70m und einer Breite von 10-20m nachgewiesen werden.
Fundstätte Dingelsdorf-Seewiesen
Altershinweis: 3146 v.Chr., 3355 - 3344 v.Chr.
Privatsammler haben in den 1970er-Jahren die Fundstätte erkundet. Spätere Untersuchungen deuten auf zwei Siedlungen inmitten verstreuter Funde hin. Sie liegen innerhalb eines Steinrückens, der stark versandet ist und das Auffinden der Holzpfähle erschwert. Bis auf wenige Eichen sind die Pfähle von Sand überdeckt und bis auf den Boden erodiert. Vereinzelt erscheinen horizontal eingelagerte Hölzer an der Oberfläche. An einigen Stellen wurden an die Oberfläche austretende Siedlungsschichten festgestellt.
Fundstätte Dingelsdorf-Fließhorn
Das Fließhorn am Südufer des Überlinger Sees ist durch Gletscher entstanden. Davor befindet sich zum See hin eine ausgedehnte, bis 250 m breite Bank aus Seekreide. Die um den Geländevorsprung und vor allem in der südlich davon gelegenen Bucht befindliche Pfahlbau-Fundstätte wurde 1949 entdeckt. Spätere Untersuchungen konnten zwar die Ansammlung der Holzpfähle bestätigen, aber die Ausdehnung konnte nicht festgestellt werden, da das gesamte Gebiet unter einer Sandschicht liegt.
Kontakt
Adresse
Palafittes-Route Info-Stop Konstanz-Dingelsdorf
78465 Konstanz